Impfungen für Brasilien

Welche Impfungen für Brasilien notwendig sind hängt von der genauen Reiseroute und auch von der Art der Reise ab. Für einen Badeurlaub in Fortaleza braucht man sicherlich weniger Impfungen wie wenn man mehrere Wochen im Amazonasgebiet verbringt.


Speziell für Reisende unter einfachen Bedingungen (Rucksack) bzw. Langzeitreisende sollten auf jeden Fall ein Beratungsgespräch durch einen Tropenmediziner in Anspruch nehmen.

Österreichischer Impfplan:

Zuerst sollte überprüft werden ob die "normalen" österreichischen Impfungen wie Tetanus, Polio oder Masern passen. Bei Unklarheiten können wir in der Tropenordination auch Bluttests durchführen, um den bestehenden Impfstatus zu überprüfen. Dank Kombiimpfungen können wir aber durch zwei Impfungen alle "Kinderimpfungen" auffrischen.

Die Durchführung der Hepatitis A & B Impfung ist absolut empfehlenswert.

Gelbfieber

Die durch Mosquitos übertragene Erkrankung ist in Brasilien relativ selten. Da aber im Erkrankungsfall oft keine Hilfe mehr möglich ist sollten sich alle Reisenden, die sich in den Risikogebieten aufhalten gegen diese Krankheit vorsorglich impfen lassen.

Risikogebiete für Gelbfieber sind die Regionen von Acre, Amapá, Amazonas, Goiás, Maranhao, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Pará, Rondônia, Roraima und Tocantins sowie bestimmte Regionen von Minas Gerais, Espirito Santo, Piaui, Bahia, Santa Catarina, Rio Grande do Sul, Parana und Sao Paulo. 

Wichtig für Touristen: Die Iguazu Wasserfälle liegen auch in einem Gelbfiebergebiet.

Typhus:

Zu den Basisimpfungen für die viele Reisenden in Südamerika gehört auch die Typhusimpfung. Speziell für Rucksackreisende und für Langzeitaufenthalte sollte diese Impfung durchgeführt werden.

Tollwut:

In Südamerika ist Tollwut nicht nur bei Hunden sondern auch unter Fledermäusen verbreitet. Aktuell ist die Tollwutgefahr in den Bundesstaaten Maranhao und Para erhöht.

Da im Falle eines Tierbisses die Impfung nicht überall erhältlich ist sollten sich Rucksacktouristen gegen Tollwut impfen lassen.

Cholera:

Cholera gibt es in Brasilien, jedoch betrifft es nur den ärmsten Teil der Bevölkerung. Für Reisende aber bietet die Schluckimpfung jedoch einen kleinen Vorteil: sie schützt bis zu einem gewissen Maß auch vor dem Reisedurchfall, sodass Touristen die zu Durchfallserkrankungen neigen sich diese Impfung überlegen sollten.

Meningokokken:

In Brasilien ist das Meningokokkenrisiko etwas höher als in Europa, bei speziellen Risken wie einer geplanter Arbeit in einem Kinderheim sollte gegen diese Krankheit geimpft werden.

Denguefieber:

Seit einigen Jahren wird eine deutliche Zunahme an Denguefieber gemeldet. Betroffen sind die Küstengebieten inklusive den Touristenorten und den Großstädten wie Sao Paulo oder Rio.

Auch Touristen sind regelmässig betroffen. Auf Mosquitoschutz auch tagsüber achten!

Zikavirus:

Seit 2015 hat sich dieses Virus sehr rasch von Brasilien aus in ganz Lateinamerika verbreitet. Die Erkrankung verläuft in der Regel harmlos, kann aber bei Ungeborenen zu Missbildungen führen. Eine Impfung ist in Entwicklung. Schwangeren ist von Reisen in Gebiete mit Zikavirenübertragung dringend abzuraten!

Malaria:

Risikogebiete: ganzjährig in Tiefland und im Amazonasbecken v.a. hohes Risiko in den Provinzen Acre, Rondônia und Roraima. Grundsätzliches Risiko in allen Staaten des Amazonasbeckens: Amapá, Amazonas, Maranhao, Mato Grosso, Pará (außer in der Stadt Belém) und Tocantins (v.a. westliche Teile). Ein besonders hohes Risiko besteht  in der Peripherie größerer Städte wie Cruzeiro do Sul, Manaus und Porto Velho. Ein Malariarisiko besteht auch in peripher gelegenen größeren Städten wie Boa Vista, Macapá, Maraba, Rio Branco und Santarém.

Kein Malariarisiko: an der Ostküste inklusive Fortaleza, Recife, Iguacu-Wasserfälle und die meisten Stadtzentren (außer im Amazonasbecken)

Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung

Malariaart: 15 % Malaria tropica (P. falciparum). Über Multiresistente P. falciparum-Stämme und Chloroquinresistente P. vivax-Stämme wird berichtet.

Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): Ganzjährig in den Provinzen Acre, Rondônia, Roraima und anderen Gebieten des Amazonasbeckens. Je nach Reiseroute und persönlichen Faktoren ist aber eventuell eine durchgehende Malariaprophylxe zu erwegen.

Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.

Autor: Marton Szell

Adresse:

Am Heumarkt 3/11
1030 Wien

Terminvereinbarung:

Tel: (01) 30 70 666
termine@dietropenordination.at
(bitte Telefonnummer für ev. Rückruf angeben)

Ordinationszeiten:

Mo, Di, Mi, Fr  14.30-18.30 

Do                   8.00-12.00

 

Fragen an den Tropenmediziner?

arzt@dietropenordination.at

Aktuelle Gefahren:

 

 

 Zika in Florida/USA und Asien

Im Herbst 2016 wurden in den USA (Florida) mehrere Fälle von Zika diagnostiziert, inzwischen gibt es Fälle in vielen Urlaubsländern in Asien wie z.B. in Thailand, Vietnam, Indonesien etc. Für Schwangere gilt daher eine Reisewarnung auch für diese Destinationen.

 Zikavirus in Lateinamerika:

In Mittel- und Südamerika ist neben der laufenden Dengue- und Chikungunyavirusepidemie ein drittes Virus dazugekommen, das Zikavirus. Lesen sie mehr in unserem Blog. Wie bieten für alle drei Krankheiten einen Bluttest an.

 Masern in Österreich:

Leider gibt es in Österreich nach wie vor Masernfälle. Im Gegensatz zu vielen Entwicklungsländern hab wir bei uns weiterhin große Impflücken auch bei Erwachsenen. Wir überprüfen gerne anhand ihres Impfpasses oder durch einen Bluttest ihre Immunisierung.

 

 Tollwut in Asien weiterhin gefährlich:

In vielen asiatischen Urlaubsländern besteht ein weiterhin hohes Tollwutrisiko. Vor allem Reisende in folgende Länder Asiens sollten sich eine Tollwutimpfung überlegen: Indien, Bali, Vietnam, Sri Lanka.  Speziell bei Reisen nach Indien hat die Impfung gegen Tollwut einen hohen Stellenwert.

 

 Zunahme von Denguefieber weltweit:

Es gibt noch keine Impfung, jedoch kann durch einfache Maßnahmen das Infektionsrisiko deutlich reduziert werden. Vor allem Reisende nach SO-Asien und Lateinamerika haben ein hohes Risiko an Denguefieber zu erkranken.

 

 Japan B Encephalitis in Indien:

Speziell im Indischen Bundesstaat Uttar Pradesh werden neuerlich viele Fälle dieser Krankheit gemeldet. Für Rucksacktouristen und Langzeittouristen die nach Indien oder in andere asiatische Länder reisen empfehlen wir die Impfung gegen Japan B Encephalitis