Borreliose

Impfung gegen Borreliose?

Trotz Bemühungen der Pharmaindustrie ist bis heute kein Impfstoff auf dem Europäischen Markt zugelassen. Da die Lyme Borreliose üblicherweise gut durch Antibiotika behandelbar ist und ausserdem nur sehr selten einen gefährlichen Verlauf nimmt, wäre eine Durchimpfung der Bevölkerung auch nicht unbedingt notwendig.

Ausbreitung:

Die Borreliose kommt neben dem großteils Europas auch in Russland bis zum Pazifik und auch in Nordamerika vor. Es gibt mehrere Unterarten was dazu führt, dass z.B. Amerikanische Studien über die Borreliose nicht unbedingt auf Europa umgelegt werden können.

Erreger:

Der Erreger der Borreliose ist ein Bakterium namens Borrelia burgdorferi, aus der Gruppe der Spirochäten. Die Übertragung erfolgt fast ausschliesslich durch Zecken. Die Durchseuchung der Zecken mit Borrelien ist lokal sehr unterschiedlich, sie beträgt zwischen 5 und 30%.

Erkrankung:

Viel wird in der Laienpresse über die Lyme-Borreliose berichtet. Leider werden den Borrelien oft auch Symptome zugeordnet welche definitiv nicht durch diese Bakterien verursacht werden. Es ist überraschend wie viele Krankheitsbilder in diversen Onlinemedien und Internetforen dieser Erkrankung zugeschrieben werden.

Da diese Erkrankung erst in den 80er Jahren "entdeckt" wurde kam es Anfangs in der Fachliteratur zu unterschiedlichen Auffassungen über die Symptome der Borreliose. Wahrscheinlich hat diese Unsicherheit dazu geführt, dass viel in diese Infektion von der Laienpresse hineininterpretiert wurde.

Die Borreliose verläuft in unterschiedlichen Stadien:

Das erste Stadium ist oft die, an der Stelle wo der Zeckenstich stattgefunden hat, erscheinende Wanderröte (Erythema migrans). In den meisten Fällen ist diese Hauterscheinung so typisch, dass gleich mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden kann.

Bei der Gelenksborreliose ist meistens ein Knie oder ein anderes grosses Gelenk betroffen. Typisch ist eine deutlich Schwellung ohne Rötung des Gelenkes.

Eine Neuroborreliose kann manchmal schwer zu diagnostizieren sein. Es kann zu ganz unterschiedlichen Beschwerden kommen, von einer Lähmung eines Gesichtsnerves bis zu unklaren Schmerzen. Für eine Diagnose ist eine Lumbalpunktion notwendig.

Therapie:

Es stehen mehrere Medikamente zur Verfügung. Diese werden je nach den Beschwerden des Patienten und eventuell vorhandenen Allergien ausgewählt. Üblich ist eine Therapiedauer von 2-3 Wochen. Eine längere Antibiotikaeinnahme bringt keinen Vorteil.

In den meisten Fällen ist eine Therapie mit Tabletten ausreichend, nur bei manchen Neuroborreliosen versucht man durch intravenöse Therapien zu behandeln.

In der Regel reicht eine einmalige Antibiotikabehandlung.

Diagnose:

Es stehen verschiedene Labortests zur Verfügung, leider überfordert die richtige Interpretation der Laborwerte auch viele Ärzte, weshalb oft unnötigerweise Antibiotika verschrieben werden. 

 

Da viele Borreliosepatienten oft einen längeren Leidensweg hinter sich haben und meist mit vielen Befunden zu uns kommen nehmen wir uns für sie gerne Zeit um alles genau durchzusehen und zu besprechen. Bitte machen sie sich telefonisch bei uns einen Termin aus. 

 

Einen ausführlicheren Artikel über die Borreliose finden sie im Blog von Dr. Marton Széll:

--> Aktuelles über die Borreliose

 

 

 

 

Erythema migrans, Wanderröte

Photo Credit: James Gathany
Erythema migrans: sehr typisch
Photo Credit: James Gathany
(c) Jost Jahn
Erythema migrans: nicht ganz typisch
(C) Jost Jahn

Autor: Marton Szell

Adresse:

Am Heumarkt 3/11
1030 Wien

Terminvereinbarung:

Tel: (01) 30 70 666
termine@dietropenordination.at
(bitte Telefonnummer für ev. Rückruf angeben)

Ordinationszeiten:

Mo, Di, Mi, Fr  14.30-18.30 

Do                   8.00-12.00

 

Fragen an den Tropenmediziner?

arzt@dietropenordination.at

Aktuelle Gefahren:

 

 

 Zika in Florida/USA und Asien

Im Herbst 2016 wurden in den USA (Florida) mehrere Fälle von Zika diagnostiziert, inzwischen gibt es Fälle in vielen Urlaubsländern in Asien wie z.B. in Thailand, Vietnam, Indonesien etc. Für Schwangere gilt daher eine Reisewarnung auch für diese Destinationen.

 Zikavirus in Lateinamerika:

In Mittel- und Südamerika ist neben der laufenden Dengue- und Chikungunyavirusepidemie ein drittes Virus dazugekommen, das Zikavirus. Lesen sie mehr in unserem Blog. Wie bieten für alle drei Krankheiten einen Bluttest an.

 Masern in Österreich:

Leider gibt es in Österreich nach wie vor Masernfälle. Im Gegensatz zu vielen Entwicklungsländern hab wir bei uns weiterhin große Impflücken auch bei Erwachsenen. Wir überprüfen gerne anhand ihres Impfpasses oder durch einen Bluttest ihre Immunisierung.

 

 Tollwut in Asien weiterhin gefährlich:

In vielen asiatischen Urlaubsländern besteht ein weiterhin hohes Tollwutrisiko. Vor allem Reisende in folgende Länder Asiens sollten sich eine Tollwutimpfung überlegen: Indien, Bali, Vietnam, Sri Lanka.  Speziell bei Reisen nach Indien hat die Impfung gegen Tollwut einen hohen Stellenwert.

 

 Zunahme von Denguefieber weltweit:

Es gibt noch keine Impfung, jedoch kann durch einfache Maßnahmen das Infektionsrisiko deutlich reduziert werden. Vor allem Reisende nach SO-Asien und Lateinamerika haben ein hohes Risiko an Denguefieber zu erkranken.

 

 Japan B Encephalitis in Indien:

Speziell im Indischen Bundesstaat Uttar Pradesh werden neuerlich viele Fälle dieser Krankheit gemeldet. Für Rucksacktouristen und Langzeittouristen die nach Indien oder in andere asiatische Länder reisen empfehlen wir die Impfung gegen Japan B Encephalitis