Zikaviren in Brasilien

Brasilianische Forscher auf der "Jagd" nach Aedes Mücken

Das Zikavirus gehört zu der Familie der Flaviviren, ist daher ein naher Verwandter "unseres" FSME Virus, des Dengue-Virus und des Gelbfiebervirus. Ähnlich wie das Denguevirus wird auch das Zikavirus durch bestimmte Mücken (Aedes) übertragen.

Die Erstbeschreibung des Virus erfolgte 1947 in Uganda und in den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurden einige Krankheitsfälle in Afrika beschrieben. Erst in den 70er und 80er Jahren wurden Zikaviren auch in vielen Ländern SO-Asiens nachgewiesen. Stets waren aber die beobachteten Ausbrüche klein und verliefen daher ohne viel Beachtung der Medien.

Dies änderte sich 2007, als es auf der Insel Yap (Mikronesien) zu einem grossen Ausbruch unter der Bevölkerung kam. Unter den 108 Erkrankten kam es allerdings ebenfalls nur zu milden Krankheitsverläufen: Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Ausschlag. Alle erkrankten waren nach einer Woche wieder gesund, es gab keine Komplikationen.

Im April 2015 kam es im Bundesstaat Bahia in Brasilien zu einem Ausbruch von einer grippeartigen Erkrankung bei circa 500 Einheimischen. Zunächst dachte man an Denguefieber, jedoch waren alle diesbezüglichen Tests negativ. Überraschenderweise wurde im Verlauf dieser Epidemie von den Gesundheitsbehörden das Zikavirus nachgewiesen - das erste Auftreten am Amerikanischen Kontinent. Wie das Virus nach Brasilien kam ist unklar, von den Brasilianischen Gesundheitsbehörden wird ein Zusammenhang mit der Fussball-WM 2014 vermutet: es dürfte ein Erkrankter aus Asien oder Afrika als Besucher der WM das Virus mitgebracht haben. 

Jetzt, wo bereits sehr viel mehr Erkrankte registriert wurden, sind auch schwerere Verläufe beschrieben worden. In erster Linie wurden vermehrt aufsteigende Lähmungen (Guillain-Barré Syndrom) beobachtet.  Auch zeigte sich ein deutlicher Anstieg an Fehlbildungen (Microcephalie) bei Neugeborenen in der Region - dies wird mit der Erkrankung der Mutter durch Zikaviren in der Schwangerschaft in Zusammenhang gebracht. Aktuell hat sich das Zikavirus sehr rasch ausgebreitet, neben mehreren Brasilianischen Bundesstaaten wurden erste Krankheitsfälle auch schon in Chile, Kolumbien, El Salvador, Guatemala, Mexiko und Venezuela diagnostiziert. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Mittel- und Südamerika aktuell die dritte Epidemie mit einem durch Mücken übertragene Viruserkrankung durchmacht, neben Denguevirus und Chikungunyavirus hat sich jetzt auch das Zikavirus in Lateinamerika festgesetzt.

Es gibt keine Impfung gegen diese Krankheit, wir empfehlen für Reisende in diese Region einen strikten Schutz vor Stechmücken, wie die Verwendung von Repellentien, imprägnierter Kleidung und Moskitonetzen. Schwangeren Frauen raten wir von Tropenreisen generell (und im Speziellen in die betroffene Gebiete) ab.  Sollte es auf der Reise in Lateinamerika oder danach zu einem fieberhaften Infekt kommen, sollte unbedingt - auch in Hinsicht auf eine mögliche Malaria - eine rasche tropenmedizinische Abklärung erfolgen. 

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Aktuelle Gefahren:

 

 

 Zika in Florida/USA und Asien

Im Herbst 2016 wurden in den USA (Florida) mehrere Fälle von Zika diagnostiziert, inzwischen gibt es Fälle in vielen Urlaubsländern in Asien wie z.B. in Thailand, Vietnam, Indonesien etc. Für Schwangere gilt daher eine Reisewarnung auch für diese Destinationen.

 Zikavirus in Lateinamerika:

In Mittel- und Südamerika ist neben der laufenden Dengue- und Chikungunyavirusepidemie ein drittes Virus dazugekommen, das Zikavirus. Lesen sie mehr in unserem Blog. Wie bieten für alle drei Krankheiten einen Bluttest an.

 Masern in Österreich:

Leider gibt es in Österreich nach wie vor Masernfälle. Im Gegensatz zu vielen Entwicklungsländern hab wir bei uns weiterhin große Impflücken auch bei Erwachsenen. Wir überprüfen gerne anhand ihres Impfpasses oder durch einen Bluttest ihre Immunisierung.

 

 Tollwut in Asien weiterhin gefährlich:

In vielen asiatischen Urlaubsländern besteht ein weiterhin hohes Tollwutrisiko. Vor allem Reisende in folgende Länder Asiens sollten sich eine Tollwutimpfung überlegen: Indien, Bali, Vietnam, Sri Lanka.  Speziell bei Reisen nach Indien hat die Impfung gegen Tollwut einen hohen Stellenwert.

 

 Zunahme von Denguefieber weltweit:

Es gibt noch keine Impfung, jedoch kann durch einfache Maßnahmen das Infektionsrisiko deutlich reduziert werden. Vor allem Reisende nach SO-Asien und Lateinamerika haben ein hohes Risiko an Denguefieber zu erkranken.

 

 Japan B Encephalitis in Indien:

Speziell im Indischen Bundesstaat Uttar Pradesh werden neuerlich viele Fälle dieser Krankheit gemeldet. Für Rucksacktouristen und Langzeittouristen die nach Indien oder in andere asiatische Länder reisen empfehlen wir die Impfung gegen Japan B Encephalitis