Schistosomiasis (Bilharziose) auf Korsika

In den letzten Monaten sind viele Fälle von Bilharziose durch den Pärchenegel Schistosoma haematobium bei Personen diagnostiziert worden, die in den Jahren 2011 - 2013 Süßwasser-Kontakt am Unterlauf des Flusses Cavu/Cavo nahe der Stadt Porto Veccio im Süden der Insel Korsika hatten.

Laut der französischen Gesundheitsbehörde sind in Deutschland und Frankreich in den letzten Monaten 12 Fälle von Schistosomiasis (=Bilharziose) bei Personen diagnostiziert worden, die in den Sommermonaten in dem  Fluss gebadet haben. Da diese Erkrankung oft auch keine oder nur geringe Beschwerden macht wird eine wesentlich höhere Dunkelziffer angenommen.

Laut Zeitungsberichten wurden auch auf der Uniklinik Innsbruck 6 Personen positiv getestet.

Die Ansteckung erfolgt durch kleine, mit dem bloßen Auge nicht sichtbare, im Wasser herum schwimmende Larven des Parasiten, den sog. Gabelschwanzlarven (Zerkarien). Sie dringen durch die intakte Haut der Beine ein und besiedeln in weiterer Folge die Blutgefäße der Harnblase, wo sie sich zu geschlechtsreifen, Eier-produzierenden Würmern entwickeln. 

Unter den bekannten Fällen waren sowohl Personen mit entsprechenden Beschwerden (blutiger Urin und Veränderung der Blasenwand; Symptome, die erst nach mehreren Monaten auftreten), als auch Personen ohne Beschwerden. Der Unterlauf des Flusses Cavu/Cavo nahe der Stadt Porto Veccio im Süden der Insel ist auch bei Österreichischen Korsika-Urlaubern ein beliebtes Reiseziel. Daher ist davon auszugehen, dass es über die schon bekannten Fälle hinaus vermutlich weitere Personen gibt, die ähnlich exponiert waren und eventuell eine unentdeckte Bilharziose erworben haben. Die Infektion ist theoretisch medikamentös leicht zu behandeln. Jedoch ist das entsprechende Medikament nur schwer erhältlich. Ohne Therapie kann eine Infektion allerdings über viele Jahre hinweg bestehen und in Einzelfällen mit zum Teil schwerwiegenden Komplikationen assoziiert sein (z.B. Nierenveränderungen, Blasenkrebs).

Dementsprechend sollten alle Personen, die in den letzten 3 Jahren eine Reise nach Südkorsika durchgeführt haben und in den Sommermonaten (Juni - September) im Fluss Cavu/Cavo gebadet haben auf Bilharziose untersucht werden.

In Deutschland haben die entsprechenden Institutionen (Robert Koch Institut, Bernhard Nocht Institut) bereits alle betroffenen Touristen dazu aufgefordert sich testen zu lassen. Auch wenn sie keine Beschwerden haben, sollte ein Test durchgeführt werden.

Dank unseres Labors können wir in der Tropenordination den entsprechenden Bluttest durchführen. Auch die eventuell notwendige Behandlung führen wir durch.

Falls sie betroffen sind machen sie sich bitte telefonisch einen Termin für die Blutabnahme bei uns aus.

Autor: Marton Szell

Adresse:

Am Heumarkt 3/11
1030 Wien

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Tel: (01) 30 70 666
termine@dietropenordination.at
(bitte Telefonnummer für ev. Rückruf angeben)

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Mo, Di, Mi, Fr  14.30-18.30 

Do                   8.00-12.00

 

Fragen an den Tropenmediziner?

arzt@dietropenordination.at

Aktuelle Gefahren:

 

 

 Zika in Florida/USA und Asien

Im Herbst 2016 wurden in den USA (Florida) mehrere Fälle von Zika diagnostiziert, inzwischen gibt es Fälle in vielen Urlaubsländern in Asien wie z.B. in Thailand, Vietnam, Indonesien etc. Für Schwangere gilt daher eine Reisewarnung auch für diese Destinationen.

 Zikavirus in Lateinamerika:

In Mittel- und Südamerika ist neben der laufenden Dengue- und Chikungunyavirusepidemie ein drittes Virus dazugekommen, das Zikavirus. Lesen sie mehr in unserem Blog. Wie bieten für alle drei Krankheiten einen Bluttest an.

 Masern in Österreich:

Leider gibt es in Österreich nach wie vor Masernfälle. Im Gegensatz zu vielen Entwicklungsländern hab wir bei uns weiterhin große Impflücken auch bei Erwachsenen. Wir überprüfen gerne anhand ihres Impfpasses oder durch einen Bluttest ihre Immunisierung.

 

 Tollwut in Asien weiterhin gefährlich:

In vielen asiatischen Urlaubsländern besteht ein weiterhin hohes Tollwutrisiko. Vor allem Reisende in folgende Länder Asiens sollten sich eine Tollwutimpfung überlegen: Indien, Bali, Vietnam, Sri Lanka.  Speziell bei Reisen nach Indien hat die Impfung gegen Tollwut einen hohen Stellenwert.

 

 Zunahme von Denguefieber weltweit:

Es gibt noch keine Impfung, jedoch kann durch einfache Maßnahmen das Infektionsrisiko deutlich reduziert werden. Vor allem Reisende nach SO-Asien und Lateinamerika haben ein hohes Risiko an Denguefieber zu erkranken.

 

 Japan B Encephalitis in Indien:

Speziell im Indischen Bundesstaat Uttar Pradesh werden neuerlich viele Fälle dieser Krankheit gemeldet. Für Rucksacktouristen und Langzeittouristen die nach Indien oder in andere asiatische Länder reisen empfehlen wir die Impfung gegen Japan B Encephalitis