Ebola - Die Fakten

Ebola - Sieben Fragen & Antworten. 

 

 

1. Wie entstand die aktuelle Epidemie?  

 

Der erste im Nachhinein identifizierte Fall war ein 2-jähriges Kind, das am 6. Dezember 2013 in Guinea an Ebola verstarb.  Kurz danach starben drei weitere enge Familienmitglieder. In den folgenden Monaten wurde die Seuche in mehrere Landesteile von Guinea verschleppt mit dutzenden Toten. Anfangs vermuteten lokale Ärzte das Lassa-Fieber als Ursache. Zu diesem Zeitpunkt war in diesem Teil Afrikas das Ebolafieber gänzlich unbekannt.

Am 21. März 2014 dieses Jahres meldete das Gesundheitsministerium von Guinea den Ausbruch eines hämorrhagischen Fiebers bei 49 Personen mit einer Letalität von 59%, als dessen Ursache am Pasteur Institut in Frankreich sehr rasch das Ebolavirus identifiziert werden konnte.

Die genaue Quelle ist nicht bekannt. Die exakte Typisierung des Erregers macht es relativ unwahrscheinlich, dass der erste Fall direkt mit früheren Fällen in Afrika (Kongo, Zaire, Uganda) in Zusammenhang steht. Eine Infektion über Tiere ist das Wahrscheinlichste. In Frage kommen in erster Linie Flughunde, eventuell wurde das Kind gebissen oder kam mit einem toten Tier in Berührung. Eine Möglichkeit wäre auch, dass ein Flughund von der Familie verspeist wurde.

 

2. Wie gefährlich ist die Erkrankung für den Einzelnen?

 

Es gibt 4 verschiedene für den Menschen gefährliche Ebolaviren, die Mortalität beträgt je nach genauem Virustyp zwischen 50% und 90%. Die aktuelle Epidemie hat bis jetzt ca. 55% Mortalität gezeigt. Es kann aber sein, dass durch vermehrte Tests vor Ort auch weniger schwer verlaufende Fälle diagnostiziert werden und dadurch die Todesrate weiter sinken wird. Auch die zur Zeit angelaufene Hilfe durch Internationale Organisationen (Ärzte ohne Grenzen, WHO) könnte zusätzlich einige Patienten retten.

 

 

3. Wie hoch ist die Ebolagefahr für Österreich?

 

Die Gefahr, dass sich die Seuche in Österreich verbreiten kann ist extrem gering. Da die Patienten schon frühzeitig schwere Krankheitssymptome zeigen, würden sie rasch in entsprechenden Sicherheitseinrichtungen behandelt werden. Was aber gut möglich ist, dass Verdachtsfälle in Österreich auftauchen. Deren rasche und korrekte Erstversorgung inklusive rascher Malariadiagnostik erscheint sehr wichtig.

Oft wird in den Medien über die hohe Infektiosität berichtet. Im Vergleich zu Masern, Windpocken oder auch Influenza ist die Ansteckungsgefahr relativ gering. Rückwirkend gesehen war die SARS-Epidemie 2002/2003 sicherlich bedrohlicher für Österreich als die aktuelle Ebolaepidemie.

 

 

4. Gibt es ein Medikament oder eine Impfung gegen Ebola?

 

Es gibt weder eine Impfung noch zugelassene Medikamente gegen Ebola. Ein Impfstoff ist in Entwicklung und geht jetzt in Phase I der Prüfung für die Zulassung. Selbst unter optimalen Bedingungen wird dieser Impfstoff aber nicht vor Ende 2015 zur Verfügung stehen.

Es gibt weiters zwei experimentelle Medikamente die im Tierversuch positiv abgeschnitten haben. 

 

- ZMapp© wurde bis jetzt erst an drei Erkrankten getestet, zwei überlebten. Zuvor gab es ein Tierversuch an 8 Makaken von denen 6 überlebten. Es handelt sich bei dem Medikament um eine Mischung von 3 verschiedenen chimären monoklonalen Antikörpern gegen das Virus.

Eine Beurteilung über die Wirksamkeit ist noch nicht möglich. Unklar ist auch wer sich dieses Medikament in Zukunft leisten wird können.

 

- TKM-Ebola© befindet sich in Phase I der klinischen Testung. Auch bei diesem Medikament, das als Wirkprinzip die direkte Beeinflussung der RNA hat, ist es noch zu früh um die Wirksamkeit auch nur abschätzen zu können.

 

Mehrfach wurde versucht durch Blutransfusionen bzw. durch die Gabe von Serum von Überlebenden die Erkrankung positiv zu beeinflussen. Es fehlen auch hier verwertbare Studien.

 

  

5. Wie wird Ebola übertragen?

 

Die Ansteckung mit Ebolaviren ist gar nicht so einfach. Es gibt zwei klassische Übertragungswege von Mensch zu Mensch:

Gesundheitseinrichtungen: Durch relativ einfache Massnahmen kann man das Risiko einer Übertragung stark minimieren. Infektiös sind nur Blut und Körpersekrete. Eine Ansteckung über Luft über mehrere Meter ist nicht möglich.

Beerdigungen: In vielen Gebieten Afrikas werden Leichen gewaschen und von den Verwandten vor der Beerdigung berührt. Dies ist leider nach wie vor ein häufiger weg der Übertragung.

 

 

6. Sollte man nicht mehr nach Afrika reisen?

 

Afrika ist groß und in den üblichen Touristengebieten wie Tansania, Kenia, Südafrika besteht keinerlei Gefahr einer Ansteckung.

 

 

7. Wo kann man sich in Österreich testen lassen?

 

 

Wichtig ist, dass man die anderen Tropenkrankheiten wie Malaria oder Typhus rasch ausschliessen kann. Eine Blutuntersuchung auf Ebola ist momentan in Österreich nicht möglich. Es muss eine Blutprobe nach Hamburg ins Bernhard Nocht Institut verschickt werden.

Autor: Marton Szell

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Fragen an den Tropenmediziner?

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Aktuelle Gefahren:

 

 

 Zika in Florida/USA und Asien

Im Herbst 2016 wurden in den USA (Florida) mehrere Fälle von Zika diagnostiziert, inzwischen gibt es Fälle in vielen Urlaubsländern in Asien wie z.B. in Thailand, Vietnam, Indonesien etc. Für Schwangere gilt daher eine Reisewarnung auch für diese Destinationen.

 Zikavirus in Lateinamerika:

In Mittel- und Südamerika ist neben der laufenden Dengue- und Chikungunyavirusepidemie ein drittes Virus dazugekommen, das Zikavirus. Lesen sie mehr in unserem Blog. Wie bieten für alle drei Krankheiten einen Bluttest an.

 Masern in Österreich:

Leider gibt es in Österreich nach wie vor Masernfälle. Im Gegensatz zu vielen Entwicklungsländern hab wir bei uns weiterhin große Impflücken auch bei Erwachsenen. Wir überprüfen gerne anhand ihres Impfpasses oder durch einen Bluttest ihre Immunisierung.

 

 Tollwut in Asien weiterhin gefährlich:

In vielen asiatischen Urlaubsländern besteht ein weiterhin hohes Tollwutrisiko. Vor allem Reisende in folgende Länder Asiens sollten sich eine Tollwutimpfung überlegen: Indien, Bali, Vietnam, Sri Lanka.  Speziell bei Reisen nach Indien hat die Impfung gegen Tollwut einen hohen Stellenwert.

 

 Zunahme von Denguefieber weltweit:

Es gibt noch keine Impfung, jedoch kann durch einfache Maßnahmen das Infektionsrisiko deutlich reduziert werden. Vor allem Reisende nach SO-Asien und Lateinamerika haben ein hohes Risiko an Denguefieber zu erkranken.

 

 Japan B Encephalitis in Indien:

Speziell im Indischen Bundesstaat Uttar Pradesh werden neuerlich viele Fälle dieser Krankheit gemeldet. Für Rucksacktouristen und Langzeittouristen die nach Indien oder in andere asiatische Länder reisen empfehlen wir die Impfung gegen Japan B Encephalitis