Chikungunya-Epidemie in der Karibik

Aedes sp. - der Überträger des Chikungunyafiebers

 

Seit einigen Monaten verbreitet sich in vielen Ländern der Karibik eine bis lang dort nicht bekannte Krankheit rasend schnell aus: das Chikungunyafieber

Das Virus ist unter Infektiologen und Tropenmedizinern wohl bekannt, gelegentlich sehen wir Erkrankte aus SO-Asien bei uns. Das Virus ist in Afrika, den Inseln des Indischen Ozeans, am Indischen Subkontinent und auch in SO-Asien heimisch. Der Amerikanische Kontinent war bis jetzt frei von diesem Virus. Dies hat sich jetzt schlagartig geändert.

Inzwischen wurden über 400.000 Fälle in mehr als 20 Ländern Amerikas beschrieben. Immer öfters wird diese Erkrankung auch bei heimkehrenden Touristen gesehen. So wurden in Österreich heuer schon 5 Fälle bei Karibikurlaubern diagnostiziert.

Angefangen hat alles zunächst recht harmlos: im Dezember 2013 wurde auf der Insel St. Martin der erste Fall diagnostiziert. Wie das Virus dorthin kam ist unklar, zwei Szenarien sind möglich. Entweder ist ein mit dem Virus infizierter Mensch aus Asien oder Afrika auf die Insel gereist oder aber es gelangte eine infizierte Mücke (Aedes sp.) mit Schiffen oder im Flugzeug auf die Insel.

Hauptsächlich betroffen waren in den letzten Monate folgenden Länder: Dominikanische Republik, Martinique, Guadeloupe, Haiti, St. Martin. Da die Überträgermücke jedoch in ganz Mittel- und Südamerika beheimatet ist, war es aber nicht verwunderlich, dass inzwischen mehrere Länder des Festlandes (Kolumbien, Honduras) betroffen sind. Auch aus Florida wurden inzwischen schon Übertragungen gemeldet. Es ist leider anzunehmen, dass sich diese Erkrankung in den nächsten Monaten auf ganz Südamerika ausbreiten wird und auch dort dauerhaft Fuß fassen wird.

Dies erinnert uns Infektiologen an zwei ähnliche Ausbrüche in der Vergangenheit an anderen Schauplätzen der Welt:

1. West Nile Virus Epidemie am nordamerikanischen Kontinent. Im Jahre 1999 wurden in New York die ersten Fälle bei toten Vögeln nachgewiesen und bald darauf beobachtete man auch bei Menschen diese Erkrankung. Innerhalb weniger Jahre wurde das West Nile Virus in ganz USA heimisch. Ursächlich für den Beginn dieser Epidemie war ein Zoo in New York, wo das Virus durch den Zukauf von Vögeln aus Afrika eingeschleppt wurde.

2.  In Italien im Gebiet um Ravenna kam es im Jahr 2007 zu einem Ausbruch von Chikungunyafieber. Das Virus war bis dahin noch nicht in Europa aufgetreten. Wahrscheinlich durch einen Inder der in Italien lebt und gerade von seinem Heimaturlaub zurück kehrte wurde diese Krankheit eingeschleppt. Und da es dort lokal einen geeigneten Überträger gibt konnte sich das Virus ausbreiten. Über 200 Fälle wurden gezählt bis durch Maßnahmen der Behörden die Übertragung gestoppt werden konnte.

Da es keine ursächliche Behandlung dieser Krankheit gibt und vorläufig auch kein Impfstoff zur Verfügung steht bleibt den Reisenden nichts anderes übrig als darauf zu achten Moskitostiche zu vermeiden. Dies war aber in diesen Ländern schon bis jetzt wegen des dort heimischen Denguefiebers angeraten.

Sollten sie nach einer Reise in die Karibik oder Mittel- und Südamerika fieberhaft erkranken sollte rasch eine entsprechende Diagnostik gemacht werden. Gerne können wir für sie den Bluttest durchführen. Sollten sie in einem Gebiet mit Malaria gewesen sein muss zunächst eine Malaria ausgeschlossen werden. In unserer Ordination haben wir Schnelltests für Malaria und Denguefieber. Die Chikungunyaserologie schicken wir in unser Labor.

 

Mehr Infos über das Krankheitsbild finden sie hier.

Autor: Marton Szell

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Fragen an den Tropenmediziner?

arzt@dietropenordination.at

Aktuelle Gefahren:

 

 

 Zika in Florida/USA und Asien

Im Herbst 2016 wurden in den USA (Florida) mehrere Fälle von Zika diagnostiziert, inzwischen gibt es Fälle in vielen Urlaubsländern in Asien wie z.B. in Thailand, Vietnam, Indonesien etc. Für Schwangere gilt daher eine Reisewarnung auch für diese Destinationen.

 Zikavirus in Lateinamerika:

In Mittel- und Südamerika ist neben der laufenden Dengue- und Chikungunyavirusepidemie ein drittes Virus dazugekommen, das Zikavirus. Lesen sie mehr in unserem Blog. Wie bieten für alle drei Krankheiten einen Bluttest an.

 Masern in Österreich:

Leider gibt es in Österreich nach wie vor Masernfälle. Im Gegensatz zu vielen Entwicklungsländern hab wir bei uns weiterhin große Impflücken auch bei Erwachsenen. Wir überprüfen gerne anhand ihres Impfpasses oder durch einen Bluttest ihre Immunisierung.

 

 Tollwut in Asien weiterhin gefährlich:

In vielen asiatischen Urlaubsländern besteht ein weiterhin hohes Tollwutrisiko. Vor allem Reisende in folgende Länder Asiens sollten sich eine Tollwutimpfung überlegen: Indien, Bali, Vietnam, Sri Lanka.  Speziell bei Reisen nach Indien hat die Impfung gegen Tollwut einen hohen Stellenwert.

 

 Zunahme von Denguefieber weltweit:

Es gibt noch keine Impfung, jedoch kann durch einfache Maßnahmen das Infektionsrisiko deutlich reduziert werden. Vor allem Reisende nach SO-Asien und Lateinamerika haben ein hohes Risiko an Denguefieber zu erkranken.

 

 Japan B Encephalitis in Indien:

Speziell im Indischen Bundesstaat Uttar Pradesh werden neuerlich viele Fälle dieser Krankheit gemeldet. Für Rucksacktouristen und Langzeittouristen die nach Indien oder in andere asiatische Länder reisen empfehlen wir die Impfung gegen Japan B Encephalitis